La Vacquerie
 
Kunst
Natur
 
 

La Vacquerie-et-Saint-Martin-de-Castries

        Der Ort, wo heute das kleine Dorf mit den alten, schmucken Häusern steht, umgeben von Dolmen und Menhirs, war schon in der Jungsteinzeit bewohnt.
 
Im Dorf von La Vacquerie-et-Saint-Martin-de-Castries
 

Ein Wohnort aus der Jungsteinzeit

        Vor Zeiten war La Vacquerie eine Vaccaria, ein Ort, an dem nichts anderes wuchs als Gras und wilde Sträucher, gerade gut genug, um darauf Kühe (von dem okzitanischen Wort Vacca) weiden zu lassen. Der Zusammenschluss der beiden Dörfer La Vacquerie und Saint-Martin-de-Castries im Jahre 1832 war nur ein weiterer Meilenstein in seiner Geschichte.
 
       So fand man an der historischen Stätte Reste von Keramikarbeiten, die aus dem Bronzezeitalter stammen, darunter neun Urnen, die heute im Museum von Lodève ausgestellt werden. Kleine Grotten, eine Art Zisternen, wo sich das rare Regenwasser in Trockenzeiten ansammeln konnte, wurden schon in der Kupferzeit angelegt.
 
 

Zwischen Macht, Reichtum und Kunst

        Wie viele Orte im Languedoc, so wurde auch ein Dorf namens Castries, das heutige Saint-Martin-de-Castries, von einem König - in diesem Fall war es Ludwig „der Fromme” - an den Grafen von Toulouse verkauft... der sich ohne Zweifel sehr großzügig zeigte. Der Graf vertraute seine Verwaltung den Mönchen von Saint-Guilhem-le-Désert an, und erst über 400 Jahre später, im 13. Jahrhundert, durfte der Bischof von Lodève einen Teil des Ortes wieder übernehmen.
 
        So kommt es, dass das Gebiet von Saint-Martin-de-Castries noch heute zweigeteilt ist - einige Güter sind immer noch in der Hand einer Familie, die dem Kloster von Saint-Guilhem-le-Desert nahe steht.
 
        Im 19. Jahrhundert gab es einen Moment, da dachte niemand mehr an diese Streitigkeiten - es ging ums Geldverdienen. Die neue Straße nach Millau führte genau durch den kleinen Ort, und die Wirtschaft blühte. Der Bau der Strasse über den Pas de l'Escalette zerstörte jedoch diesen Reichtum und machte aus dem Ort, was es ursprünglich war: ein Paradies für Künstler und Naturliebhaber.
 
 
        Auf dem Gebiet von La Vacquerie-et-Saint-Martin-de-Castries befinden sich einige der interessantesten Schachthöhlen des Languedoc. Die größte, die Grotte von Vitalis, hat einen Schacht von 1400 km Länge und diente einst zur Aufbewahrung von... Käse.
 
       1972 machte die Aven du Fonctionnaire mit einer ganz besonderen Show von sich reden: sie erstrahlte plötzlich im Licht von Fluorescein, einem Farbstoff, der die Höhle glänzen lässt. Dieses Schauspiel bewies einen sehr hohen Karstgehalt im Boden um La Vacquerie - was die Speläologen zum Träumen bringt.