Soubès - die wilde Schönheit des Larzac

        Auch wenn das romantische Städtchen Soubès offiziell zum Kanton von Lodève gehört, so hat es doch den Charakter des Larzac - seine herbe Schönheit und seine wilde Natur. Die oft bizarr geformten Felsen, die so typisch für den Larzac und seine Causse-Landschaft sind, dominieren die Landschaft rund um den Ort, und selbst die Häuser weisen auf die Naturverbundenheit seiner Bewohner hin - für viele der oft jahrhundertealten Gebäude wurde natürliches Material benutzt, das aus der nahen Umgebung stammt.
 

Natursteingasse in Soubès
 
 

Bischöfe und adlige Herren: verliebt in Soubès

        Die Dolmen um Soubès herum lassen vermuten, dass sich hier schon im 6. Jahrhundert vor Christus eine Ansiedlung befand. Jedenfalls stammen seine Burg und viele der Häuser, die sich immer noch rund um sie scharen, aus dem 10. Jahrhundert. Wie andere Orte im Einzugsbereich von Lodève wurde auch Soubès zunächst nur gegründet, um dem Bischof als einer seiner Sitze zu dienen. Später fiel der Ort dann in die Hände verschiedener adliger Herren, die alle ein gemeinsam hatten: sie waren verliebt in die Schönheit des Larzac.
 
 
 
 
 

Herren, Hugenotten und Räuber in Soubès

 
 
        In den Hugenottenkriegen tauchen in Soubès neue Adelige auf, die Familie Peyrottes. Wie so viele vor ihr, verliebt sie sich in Soubès und beschließt, hier ein Schloss zu errichten. Später bietet sie dem Bischof von Lodève dann Unterschlupf vor den Hugenotten, und erlangt so auch noch das Wohlwollen der Kirche.
 
       Doch der gute Ruf hielt sich nicht lange: Gabriel de Peyrottes, Herr der Burg zu Ende des 18. Jahrhunderts, sollte einst der „Räuber von Soubès” genannt werden.
 
 
 
 
 
 
 
 
       Auf den ersten Blick ist das Leben in Soubès beschaulich - auch wenn hinter den Fassaden eines Lebens in der Sonne, nahe dem Mittelmeer, doch die oft harte Arbeit von Winzern steht, die mit viel Liebe und Enthusiasmus einen hervorragenden Wein erzeugen. Auf dem Dorfplatz wird in Ruhe der Morgenkaffee getrunken oder zu Mittag gegessen, im Schatten des Hügels mit seinem Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert. Und schließlich macht man sich auf zu einem Spaziergang auf die Burg und durch die Gassen, in denen man sich ins romantische Mittelalter zurückversetzt fühlt.
 
Soubès ist von Natur umgeben
 
 
 
 

Soubès, sein Fest der Narren und der „närrische Abt”

 
 
        Aber die Leute aus Soubès haben unter ihren Ahnen nicht nur einen berühmten Räuber, sondern auch mehrere „närrische Äbte”. Bis zum 15. Jahrhundert war es in Lodève nämlich Sitte, das Fest der Narren, den Karneval, zu feiern. Doch dann kam Pierre de La Treilhe, ein Bischof, der genug hatte vom Frohsinn seiner Mitbewohner, und er verbot das närrische Fest. Das gefiel den Leuten natürlich nicht.
 
       Sie fanden jedoch rasch Abhilfe: die Narrentage wurden nach Soubès verlegt. Dort wählt man seitdem jedes Jahr einen neuen närrischen Abt, der den Karneval regiert.