St-Guilhem-le-D.
 
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St-Guilhem-le-Désert und das Mittelalter

       Besucht man St-Guilhem-le-Désert an einem Wintertag, mitten in der Woche, dann bekommt man eine Idee, wie dieser Ort im Mittelalter war - nur dass damals die Leute in den Straßen herumliefen und ihren Geschäften nachgingen, auch wenn keine Besucher da waren. Saint-Guilhem-le-Désert, offiziell eines der schönsten Dörfer Frankreichs, gehört auch zu den touristischsten Orten Frankreichs. Doch ohne den Tourismus wäre das Dorf vielleicht schon ausgestorben. Und seine Schönheit wurde nie beeinträchtigt...
 
Straße am Fluss Verdus
 
 
 

Der Feldherr Guilhem zieht in die „Wüste”

       Doch nach seinem Sieg in Barcelona hatte Guilhem genug von der Kriegskunst. Er zog sich zurück in die „Wüste” (Désert bedeutet „Wüste” auf Deutsch), das heißt weit weg von allen bewohnten Gegenden und gründete ein Kloster. Viele Quellen nennen die Einsamkeit des Ortes als Ursprung für das Wort „Wüste” im Namen von St.-Guilhem-le-Désert. Doch tatsächlich bekam der Ort dieses Anhängsel erst im 18. Jh.
 
 
 
 
 

Desertifikation durch Schafe und Brennholz

       Zu dieser Zeit lebte das Dorf vor allem von der Schafzucht. Doch Schafe ernähren sich von Pflanzen. Im 18. Jh. war dieser Wirtschaftszweig so fortgeschritten, dazu kam das Abholzen der Bäume für Brennholz, dass es quasi keinen Pflanzenwuchs mehr gab in St-Guilhem... die herrliche Landschaft mit ihrer üppigen Pflanzenwelt war zur Wüste geworden. Diese Politik der „Verwüstung” endete erst im 20. Jh., mit der allgemeinen Landflucht.
 
Die gewaltigen Felsen der Wüste von St-Guilhem-le-Désert
 
 
 
 
 
 
 
 
       Wie so viele Städte im Mittelalter wurde auch St-Guilhem-le-Désert um ein Kloster herum gebaut. Sein Bauherr war Guilhem, der Enkel von Karl Martell und ein Cousin von Karl dem Großen. Sein Leben war eigentlich nur zwei Zielen gewidmet: die Verteidigung des Reiches seines Cousins und der Ausrottung der Muslime. In beiden Fällen war er erfolgreich: er galt als einer der größten Kriegsherren seiner Zeit und der Höhepunkt seiner Karriere war die gefeierte „Befreiung” von Barcelona aus arabischer Herrschaft.
 
Der mittelalterliche Gefängnisturm von St-Guilhem-le-Désert
 
 
 
 
       Doch inzwischen hat sich die üppige Natur um St-Jean-le-Désert herum erholt und ist mit seinem Reichtum an Flora und Fauna zum Paradies für Naturliebhaber geworden. Die kleinen, winkligen Gassen des Ortes enden in der Natur, wo sie in Wanderpfade übergehen. Das Dorf hat seinen Charakter weitgehend behalten, mit den alten Häusern entlang des Verdus, umgeben von gewaltigen Felsen und dem Flair von Mittelalter.
 
 

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