Puéchabon, das Dorf auf dem „guten Hügel”

        Angefangen hat alles im 11. Jahrhundert, mit einer Burg. Die damaligen Herren wählten den heutigen Standort von Puéchabon vermutlich nicht wegen seiner Schönheit - es heißt, dass zu dieser Zeit strategische Überlegungen eine weitaus größere Rolle spielten als die ästhetische Weltanschauung - sondern wegen seiner erhöhten Lage. Daher auch der Name: Puéchabon bedeutet in Okzitanisch „der gute Hügel”, abgeleitet von dem Ausdruck puech, der im Süden von Frankreich allgemein einen erhöhten Standort bezeichnet.
 

Blick auf Puéchabon
 
 

Karl der Große und die Mönche aus Aniane

        Was man jedoch weiß über das ursprüngliche Dorf Puéchabon: Karl der Große hatte bei seiner Gründung die Hand im Spiel. Im Jahre 777 hat er einen Vertrag unterschrieben, in dem der Boden, auf dem der Ort heute steht, an das Kloster von Aniane überschrieben wurde. Vermutlich hat schon damals der strategisch günstige Standort auf einem Hügel den Ausschlag für den Bau einer Ansiedlung gegeben. Doch es heißt, dass das damalige Dorf der Mönche von Aniane schon verschwunden war, als im 11. und 12. Jahrhundert neue Menschen den neuen Ort besiedelten.
 
 
 

Fortschritt: eine Gasfabrik für Puéchabon

        Doch trotz ihres beschaulichen Lebens waren die Menschen von Puéchabon offensichtlich schon immer offen für den Fortschritt. So gehörte der Ort Ende des 19. Jahrhunderts zu den allerersten Dörfern von Frankreich, die nachts nicht mehr mit Öllampen, sondern mit Methangas erleuchtet wurden. Sein damaliger Bürgermeister sorgte für den Bau einer kleinen Gasfabrik, die extra in der Schweiz bestellt wurde. Sie funktionierte jedoch nur gute hundert Jahre: danach waren die Gasrohre von Abwässern verstopft, die man versehentlich durch die gleichen Leitungen entsorgte...
 
 
 
 
 
       Von der Burg ist nichts übrig geblieben. Doch im 12. Jahrhundert bildete sich um sie herum ein Dorf in Circulade. 700 Jahre später waren etliche dieser Häuser zu Ruinen verfallen und wurden neu aufgebaut - wobei man den alten Stil zu bewahren wusste. Die Renovierung ist so gelungen, dass man noch heute das Gefühl hat, die Zeit sei stehen geblieben und man ginge im mittelalterlichen Puéchabon spazieren...
 
 
 
 
       Überhaupt weiß man nur relativ wenig über die Anfänge von Puéchabon. Im 14. Jahrhundert wurde der Ort befestigt, doch es gab keine größeren Kriege, die ihn in die Geschichtsbücher gebracht hätten. Seine Bewohner hatten stets ihr mehr oder weniger bescheidenes Einkommen. Einige waren Handwerker, doch die meisten lebten vom Weinbau, im Schatten der größeren Orte um sie herum, wie Gignac oder Saint-Matin-de-Londres.
 
Puéchabon und seine mittelalterliche Burg