St-Guilhem-le-Désert, village d'eau

       Der kleine Ort St-Guilhem-le-Désert liegt im Tal des Hérault, an einem Seitenarm, dem Verdus. Wie sein großer Bruder fließt auch der Verdus durch grüne, felsige Täler, sein Wasser hüpft über Stromschnellen. Die Häuser von St-Guilhem-le-Désert ziehen sich am Verdus lang. Sie werden oft von Hochwasser heimgesucht, doch die Präsenz der so wertvollen Materie Wasser in einem an sich kargen, trockenen Landstrich ist zu wichtig, um sich darüber zu beklagen. Dank dem Wasserreichtum des Tales sind im Ort eine große Anzahl von Springbrunnen verteilt, von denen mehrere Trinkwasser spenden.
 

 
 
See von Salagou
 
 
 
 

Das Ende der Welt in St-Guilhem-le-Désert

       Man sagt, wenn man das Ende der Welt erreicht hätte, brauchte man sich nur umzudrehen, und man hätte die ganze Welt vor sich. Was für die einen das Ende der Welt ist, ist für die anderen der Anfang. In St-Guilhem-le-Désert kann ein geschickter Wanderer das Ende der Welt besteigen - den Cirque du bout du monde (bout du monde bedeutet in Deutsch „Ende der Welt”) oder auch Cirque de l'Infernet, das Felsmassiv, das sich mehr als 400 Meter über den Verdus erhebt und den Ort einzuschließen scheint.
 
See von Salagou
 
 
 

Bizarre Felsen und seltene Bäume

        Doch auch wenn man das „Ende der Welt” nicht besteigt, so bieten Spaziergehwege um St-Guilhem-le-Désert doch unvergessliche Aussichten auf die Felsstrukturen, in denen man glaubt, menschliche und tierische Figuren auszumachen, wie zum Beispiel einen Mann, der sich seit Ewigkeiten nach seiner Frau umschaut. Der Wald mit typischen Mittelmeerhölzern - darunter selbst die seltene Schwarzkiefer von Salzman - der bis Anfang des 20. Jh. unter der Viehwirtschaft und dem Brennholzschlag litt, sich inzwischen jedoch erholt hat und selbst im Sommer Schatten spendet.
 
 
 
       St-Guilhem-le-Désert ist umgeben von einer Felsenlandschaft mit einer reichen Flora und Fauna, wo seltene Baumarten und Raubvögel zu Hause sind. Man sagt, hier befände sich die echte „Wüste” des Tales, ein Ort der Ruhe, der Spiritualität und der Meditation.
 
 
 
Turm von Canet im Hérault
 
 
       St-Guilhem-le-Désert ist zum Paradies der Spaziergänger und Wanderer geworden. Der Ort liegt von alters her auf dem Jakobsweg und wurde von den Pilgern für seine beeindruckende Landschaft angepriesen. Um 2010 wurde ein neuer Pilgerweg gegründet, der St-Guilhem-Weg, der auf 240 km von Aubrac, über den GR 65, GR 6 und GR 7 bis St-Guilhem-le-Désert führt. Es heißt, der Abstieg nach St-Guilhem wäre der schönste Augenblick der zwölftägigen Wanderung.
 
 
 
Turm von Canet im Hérault