Causse du Larzac - eine einmalige Landschaft

       Die zerklüfteten Felsen von Korsika, die Hochebenen von Spanien - der Causse erinnert den Reisenden an die verschiedensten Landschaften in Europa und der Welt. Und doch ist er einmalig... so einmalig, dass der Regionale Naturpark Grands Causses von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.
 

Natur im Causse du Larzac
 
       Der Causse du Larzac gehört zu den Kalk-Hochebenen des Zentralmassivs im Süden Frankreichs. Eigentlich grenzt er fast ans Mittelmeer: nur rund 60 km von Montpellier entfernt befindet man sich bereits mitten in der Welt des Causse. Und trotzdem hat sein Klima nichts mit den südlichen Einflüssen gemein - im Sommer herrscht hier angenehme Wärme, zwischen vier und acht Grad unter den Mittelmeertemperaturen, und im Winter ist die Hochebene monatelang mit Schnee bedeckt.
 
 
        Sein Kalkgestein, das aus dem Zeitalter des Jura stammt, lässt dem Wasser der zahlreichen Flüsse des Causse du Larzac freie Bahn zu einer starken Erosion. So wurde das Hochplateau im Laufe der Jahrtausende mit abrupten Abgründen, Canyons und Höhlen übersäht. Bizarre Steinformationen und Dolmen beherrschen die karstige Landschaft, wo sich Trockenheit plötzlich in starke Regenfälle und beeindruckende Gewitter verwandelt kann, mit der Bildung eines neuen Sees, der im nächsten Jahr wieder verschwindet.
 
 

Der Kampf um den Causse du Larzac

        Zehn Jahre gewaltfreier Widerstand - eine Bilanz die alles aussagt über den Charakter der Menschen, die in der Weite des Causse du Larzac leben. Als die französische Regierung 1970 beschloss, das militärische Übungslager bei La Cavalerie auszubauen, waren zunächst alles Bewohner des Larzac dagegen - außer den Bewohnern des Ortes, die auf Arbeitsplätze hofften. Doch als sie hörten, dass es nicht nur um das französische Militär ging, sondern um einen Übungsplatz für internationale Mächte, da war der Wunsch, die Umwelt zu erhalten, auch in diesem Ort grösser als die Hoffnung auf persönlichen Gewinn.
 
        Der Widerstand war unüberwindbar. Bekannte Verteidiger der Umwelt wie José Bové oder Alain Desjardin siedelten sich vorübergehend im Causse an, um die standhaften Bewohner zu unterstützen. Der französische Staat hielt zehn Jahre lang an seinem Plan fest - bis er schließlich einsah, dass er verloren hatte, und sein Projekt zurückzog.