Lattes
 
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Lattes, Architektur einer Stadt am Lez

       Im Gegensatz zu den meisten anderen Orten im Languedoc hat Lattes kein „historisches Zentrum”. Das sehr Alte - die Ausgrabungen von Lattara - wird mit dem Neuen ergänzt. Das liegt vermutlich nicht zuletzt an der Lage der Stadt: Lattes liegt mitten im Flussbett des Lez, und die Überschwemmungsgefahr wird als sehr hoch eingestuft. Lange bestand der Ort nur aus einigen vereinzelten Häusern und erst der Boom nach der Ansiedlung der Flüchtlinge aus Algerien verlieh Lattes die Struktur und Infrastruktur einer „wahren” Stadt.
 

 
 
Lattes, Saint-Bernard
 
 
 
 

Eisenbahnviadukt und Leben vor 1400 Jahren

       Neben dem Modernen - wie zum Beispiel einem kürzlich eingeweihten Viadukt über den Lez, das nicht nur als Symbol für ein Kunstwerk des neuen Zeitalters, sondern auch für die Sicherheit hochtechnisierter Züge gilt - lebt in Lattes die Antike. Das Museum Henri Prades liegt direkt neben dem archäologischen Ausgrabungen von Lattara. Die Überreste einer der ersten, stadtähnlichen Siedlungen am französischen Mittelmeer wurden 1963 entdeckt und, obwohl sich die Arbeiten noch lange nicht im Endstadium befinden, liefern sie schon jetzt wertvolle Informationen über das Leben Ende des 6. Jh. Die Lage von Lattes im Flussbett des Lez begünstigt noch den Reichtum der Funde: wegen der Überschwemmungsgefahr wurden die Häuser im Laufe der Jahrhunderte immer höher gebaut, auf immer dickeren Erdschichten, die bis zu fünf Metern reichen. Diese Erdschichten geben vor allem Aufschluss über die Eisenzeit und die römische Periode.
 
Lattes, Kirche 12. Jahrhundert
 
 
 
 
 
 
       So beschränkt sich das Zentrum von Lattes noch heute auf Rathaus und Marktplatz. Schon wenige Meter entfernt stößt man auf moderne, beschauliche Wohnblocks und Einfamilienhäuser mit viel Freizone und Grün, deren Bauweise eher an Vorstädte erinnert.
 
 
Kirche Saint Laurent
 
 
       Das einzige „Alte” in dieser modernen Stadt ist die Kirche Saint Laurent von Lattes. Sie steht inmitten modernster Anlagen, ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit, von einem anderen Planeten. Die Kirche, deren östliche Fassade ganz aus Naturwerkstein besteht, gilt als eines der Kunstwerke aus dem 12. und Anfang des 13. Jh., deren Struktur dem puren Opus Monspelliensis entspricht, einem Stil der mit den Römern in die Gegend kam, um dann ausschließlich in kleinen Orten rund um Montpellier eingesetzt zu werden. Das Kirchenschiff wurde 17. Jh. angebaut. Die Kirche wurde schon von Prosper Mérimée erwähnt, dem bekannten Poeten und Inspektor für historische Denkmäler.
 
 
 
Straße in Lattes
 

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