Baulx, das Schloss von Saint-Jean-de-Buèges

        Seit seinen Anfängen war das Schloss von Saint-Jean-de-Buèges dem Krieg geweiht. Im 11. Jh. bestand es lediglich aus einem Wachturm, von dem aus einige Soldaten die Umgebung überwachten. Hundert Jahre später begann man dann, eine richtige Burg daraus zu machen, die im 14. Jh. schließlich als eines der wichtigsten Militärstandpunkte der Gegend galt.
 

Das Schloss von Saint-Jean-de-Buèges
 
 
 
 

...wie aus dem Felsen heraus gewachsen

        Die Struktur des Schlosses wurde dem Felsen angepasst, auf dem es erbaut wurde. Die Architekten jener Zeit ließen sich von den Bodengegebenheiten nicht stören - im Gegenteil, sie wussten ihren Nutzen daraus zu ziehen. So kommt es, dass man den Eindruck hat, die Burg wäre direkt aus dem Felsen heraus gewachsen.
 
 
 
 
 

Natürliche Bauweise: Fels und Keramik

 
 
        Das Material, aus dem das Schloss gebaut wurde, entspricht den natürlichen Gegebenheiten der Gegend. Die Steine stammen aus den Flussbetten und den Geröllhalden der Umgebung, und alle Rohre, Leitungen, Zierstücke und Spitzen sind aus Keramik. Die Keramikarbeiten wurden zunächst von den Handwerkern des Bezirks durchgeführt, aber später auch ihren Kollegen aus den Nachbarorten wie Saint-Jean-de-Fos oder selbst Saint-Quentin-la-Poterie anvertraut.
 
 
 
 
 

Ausgrabungen und Renovierungsarbeiten

 
 
        1987 wurde das Schloss von der Stadtverwaltung aufgekauft. Seitdem hat sich der Verein „Compagnons de Trascastel” seiner angenommen und Ausgrabungen und umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen. Sein Ziel ist nicht, es in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, sondern die Veränderungen in den verschiedenen Epochen zu zeigen, die das Gebäude als Burg, Schloss oder Stallung durchlebt hat.
 
 
 
 
 
        Erst im 17. Jh. dachten Adelsherren daran, dass man die Burg auch zu angenehmeren Zwecken benutzen könnte. Zu dieser Zeit wurde sie nach dem Geschmack der Zeit umgebaut, ein zentraler Hof und zwei „moderne” Gebäude hinzugefügt. Der Eingang wird nach unten verlegt und das alte Tor in ein Fenster verwandelt, das endlich Licht und Luft ins Gebäude lässt.
 
Turm von Saint-Jean-de-Buèges
 
 
        Doch die Pracht hielt nicht lange an. Die adelige Familie verließ das Schloss, und es verfiel. Anfang des 19. Jh. galt es als Ruine. In den Räumen machte sich die Vegetation breit, nur die Reste der Felsen und der Keramikarbeiten erinnerten noch an die vergangene Größe.
 
Einige Jahrzehnte später wurde Baulx noch einmal einer neuen Bestimmung zugeführt: man profitierte von den neuen Gebäuden und dem großen Innenhof, um aus der alten Burg eine Schäferei zu machen.