Architektur: Puéchabon, Dorf in Circulade

        Wenn man durch die Altstadt von Puéchabon bummelt, fühlt man sich in alte Zeiten - in sehr alte Zeiten - zurückversetzt. Puéchabon gehört zu den Orten, die trotz aller Renovierungsarbeiten, die im Laufe der Jahrhunderte nötig waren, seinen alten Charakter beibehalten hat. Teile des Ortes sind verschwunden, wie zum Beispiel die Burg aus dem 11. Jahrhundert, aber die mittelalterliche Struktur blieb erhalten.
 
Stadtmauer von Puéchabon
 
        Die alte Pfarrkirche Saint Sylvestre des Brousses gilt als das Kleinod von Puéchabon. Sie wurde Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut, im romanischen Stil, und ist eine Station der Pilger auf dem Jakobsweg.
 
       Allein ihre Lage ist schon einen Besuch wert. Sie liegt mitten in der Heide, zwischen Wein und Olivenhainen, und bietet einen herrlichen Blick auf die Umgebung, bis Saint-Jean-de-Fos.

Die runden Dörfer des Hérault

        Wie einige andere Orte im Hérault, so wurde auch Puéchabon in Form einer Circulade errichtet. Bei diesen Orten bildet in der Regel eine Burg den Ursprung. Später werden dann Häuser gebaut, die die Burg schützend umgeben, in Form einer Spirale - je mehr Häuser entstehen, je grösser wird die Spirale. Die ganze Anlage ist kreisförmig, die Straßen bilden keinerlei Ecken, sondern eine lange, spiralförmige Schlange, die auf der einen Seite zum Zentrum des Ortes, auf der anderen Seite zu seinem Ausgang führt.
 
 

Die Circulade von Puéchabon

        Später wurden viele dieser „Circuladen” ausgebaut, die Form der Spirale zerstört. In Puéchabon, dagegen, blieb der ursprüngliche Kreis als Altstadt erhalten. Nur der neue Teil des Ortes „bricht” mit dem alten System. Doch selbst den Erbauern der modernen Viertel ist es gelungen, die Ursprungsidee nicht ganz aus den Augen zu verlieren: die Hauptstraße von Puéchabon mündet geradewegs im Eingang der Altstadtspirale.