Aniane
 
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Architektur: das Kloster von Aniane

        Die langen Jahre der Blüte des Klosters, das vom Grafen Witiza gegründet wurde, sind nicht zuletzt auch dem Sohn von Karl dem Großen, Ludwig dem Frommen, zu verdanken. Er schätzte die Ideen des zukünftigen Heiligen und machte ihn zu seinem Freund und Berater.
 
       Doch in der Zeit der Religionskriege verschwanden seine Gebäude einfach von der Bildfläche. Das Kloster wurde nicht nur zerstört - auch seine Steine wurden restlos beseitigt, das heißt zum Bau von Privathäusern „recycelt”. Auf diese Weise konnte im Endeffekt niemand mehr sagen, wo genau das alte Kloster gestanden hat.
 

Aniane: Kloster
 
 

Ein Kulturzentrum für Aniane

        Ein anderes bemerkenswertes Gotteshaus in Aniane ist die ehemalige Pfarrkirche Saint Jean Baptiste - Johannes der Täufer -, auch Chapelle des Pénitents Blanc genannt. Ihr Bau wurde im präromanischen und romanischen Stil des 12. Jahrhunderts begonnen, zur Zeit von Ludwig XVI. wurden dann gotische Fenster, Fensterrosen und ein Teil der Gewölbe hinzugefügt. Auch hier haben die Religionskriege große Zerstörungen verursacht, woraufhin große Teile der Kirche im XVI. Jahrhundert renoviert werden mussten.
 
        Inzwischen wurde die Kapelle zum Kulturzentrum erklärt, wo Ausstellungen und Konzerte stattfinden.
 
 
 

Die Bogengänge von Aniane

       Zu einer Zeit, die nicht sehr lange zurückliegt, fand man in Aniane noch ganze Straßenzüge mit kleinen Einkaufsläden, die vor allem für das leibliche Wohl der Bürger sorgten. Die Läden wurden inzwischen von den Supermärkten einverleibt - doch die Bogengänge der Ladenstraßen sind geblieben und geben der Innenstadt ihren ganz speziellen Charakter. Eine ganz besonders beliebte Einkaufsstraße war die Rue Du Mazel, die zum „Markt der Mönche” und zum Kirchplatz führt.
 
 
 
 
 
 
 
 
       Doch 1630 entschieden die Mönche von Saint Maur, dem Orden, der aus den Ideen von Benoît d'Aniane entstanden war, das Kloster an der gleichen Stelle wieder aufzubauen - oder zumindest an dem Ort, von dem sie glaubten, das er dem Grafen Witiza gefallen hätte.
 
       Die Genehmigung, die 2011 für Ausgrabungen unter dem „neuen” Kloster erteilt wurde, brachte endlich Licht in die Sache. Zuerst fand man nur verschiedene Kapellen und Gänge. Doch dann stießen die Archäologen auf eine Apsis, deren Ausmaße und Form den offiziellen Beschreibungen entsprachen. Die Experten sind sich einig: der Standort von Graf Witizas Kloster konnte endlich bestimmt werden.
 
Mittelalterliche Straßen in Aniane